Ihr großes Ansehen und ihren Ruf verdankt sie vor allem der Tatsache, dass sie eine der Schwestern von Napoleon Bonaparte ist. Sie wurde 1777 in Ajaccio geboren und heiratete in Marseille Felice Baciocchi, einen obskuren korsischen Capitano -ganz und gar nicht zur Freude ihres Bruders, der eine politische Heirat vorgezogen hätte.
Bis 1798 lebte sie auf Korsika und zog dann nach Paris, wo sie sich niederließ ... und sich weigerte, ihrem Gatten bei dessen späteren Versetzungen zu folgen.
Eine "moderne" Frau also für jene Zeit und sicher weniger ausschweifend als ihre berühmtere Schwester Paolina, die vor allem für ihre freizügige Kleidung bekannt war.
Dank ihres Bruders erhielt sie den Titel Herzogin von Portoferraio und wenig später, zusammen mit ihrem Gatten, Herrscher über das Herzogtum Lucca und Piombino.
Ihr Einzug in die Stadt wird von den Franzosen auf den 14. Juli 1805 datiert. In ihrem kleinen Staat wurde (natürlich) das napoleonische Bildungswesen eingeführt, ebenso wie das französische Gesetz und außerdem Verwaltung, Bürokratie und Justiz erneuert. Sie förderte Industrie und Handel und legte den Grundstein für eine Reihe von Landerschließungs- und öffentlichen Arbeiten. Als die Toskana an Frankreich angeschlossen wurde (3. März 1809) wurde aus Elisa eine Großherzogin, auch wenn ihre Befugnisse in Wahrheit immer sehr beschränkt waren und ihre Regierung direkt Paris unterstellt war. In Florenz wurde, gegen ihren Willen, der Pflichtwehrdienst und eine strenge kirchliche Politik eingeführt, und wenn dazu noch die Besitzenthebung von Kunstwerken und die immer schärfere Fiskalpolitik kommt, dann kann man sich leicht ausrechnen, dass das zu einer großen Unzufriedenheit und zu zahlreichen Tumulten führte.
Das Ende ihres "Reiches" kam mit den Truppen von Gioacchino Murat, die Florenz am 1. Februar 1814 besetzten. Elisa zog sich in ihr Lucca zurück, von dort ging sie nach Genf, Montpellier, Bologna und schließlich nach Graz. Ihr persönliches "Glück" blieb allerdings intakt, und sie war die einzige der Familie Bonaparte, die nach dem Zusammenbruch des Bruders nicht in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Sie starb am 7 August 1820 in Villa Vicentina, in der friulanischen Ebene zwischen Cervignano und Aquileia.