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August 2008 ~ Toscana: Generische Nachrichten
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In Montieri gibt es wieder Hexen

Wir schreiben das Jahr 1423, als die junge Elena aus Travale, einem Ortsteil von Montieri, zwischen Siena und Volterra, der Hexerei angeklagt wird.

Es sind harte Zeiten auf dem Lande in der Toskana, die im Mittelalter von verheerenden Hagelunwettern heimgesucht wird. Die Ernten sind zerstört, und es wüten fürchterliche Pestepidemien ohne Hoffnungsschimmer: Deshalb suchen die Menschen leichtgläubigerweise Zuflucht in der Magie und ziehen Personen mit angeblich verborgenen Kräften zu Rate, was die Kirche natürlich als Ketzerei und schädlich für die Gesellschaft ansieht. Das sind die Jahre, in denen Bernardino da Siena, ein unermüdlicher Franziskaner-Mönch, einen wahren Kreuzzug gegen die Hexen startet und in den auch die arme Elena, die nicht ganz zufällig von den Einheimischen "die Zauberin" genannt wird, verwickelt ist.

Heute beunruhigen und faszinieren die Geister und das Drama um die junge Elena die Bewohnern von Montieri mit der Veranstaltung “Tempora Artis Magicae” wieder von neuem. Sie findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt - drei Abende (vom 7. bis 9. August), die voll und ganz der Magie gewidmet sind.

Am Donnerstag, den 7. August findet um 22.00 Uhr unter dem Titel "Verhexte Worte und Gläser" eine nächtliche Lesung im Freien statt. Die Erzählungen bewegen sich zwischen Sage und Realität und sind Zauberern, Magie und Hexen gewidmet. Begleitet werden die Texte von historischen Anmerkungen bezüglich der Inquisition, die die Kirche gegen die Hexerei einsetzte. Und begleitet wird das Ganze von thematisch passend ausgerichteten Ballettvorführungen und Degustationen von Weinen aus heimischem Gebiet.

Freitag, 8. August: “La Via delle Streghe”, eine Führung auf den Wegen des historischen Zentrums entlang, auf der Suche nach Spuren und Riten mittelalterlicher Hexen.

Und schließlich erfolgt am Samstag, den 9. August eine historische Rekonstruktion des "Processo per maleficium gegen Elena genannt die Zauberin", die vor dem ganzen Volk angeklagt war, “incantatricem, indivinatricem, sortilegiam” zu sein. Der Abend schließt mit der Verlesung der Akten des Prozesses gegen Elena, der es dank eines spontanen Geständnisses gelang, dem Scheiterhaufen zu entkommen. Sie bezahlte allerdings mit öffentlicher Auspeitschung und ihr wurde die Mitria penitenziale auferlegt, darüber hinaus hatte sie 50 goldene Gulden zu zahlen und wurde aus der Diozöse ausgeschlossen. Nach jener Nacht hat man von Elena nichts mehr gehört und gesehen - noch heute fragt man sich allerdings in Montieri, ob sie denn nun wirklich eine Hexe war oder nicht.


Website: www.montieriproloco.it
E-Mail: info@montieriproloco.it.it


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